Drehmaschinen – Mehrspindelautomat und Hinterdrehmaschine

Mittwoch, 18. März 2009 von admin

Der Mehrspindelautomat :

Unter einer Drehmaschine mit Mehrspindelsystem versteht man eine Maschine, auf der, je nach Anzahl der zur Verfügung stehenden Spindeln, Werkstücke gleichzeitig bearbeitet werden können. In der Regel ist eine solche Drehmaschine mit mindestens 6 Spindeln ausgerüstet, auf welcher die Werkstücke zur Bearbeitung aufgenommen werden.

Nach jedem Arbeitstakt dreht sich die Spindel dann in die nächste Position, so dass, wenn ein Werkstück fertig ist, sofort mit der Bearbeitung eines neuen begonnen wird. Für die reine Serienfertigung kann die Maschine mit einer Lade und Entladeeinheit kombiniert werden, so dass auch die Zuführung und Entnahme der Werkstücke über Magazine automatisch erfolgt.

Auf diese Weise lassen sich gerade kleinen und mittleren Fertigungsbetrieben Serien kostengünstig herstellen. Für Großserien sind diese Maschinen jedoch nur bedingt geeignet.

Die Hinterdrehmaschine :

Dieser Drehmaschinen Typ wird zur Bearbeitung von Werkstücken eingesetzt, die hinterdrehte Flächen aufweisen oder die mit einem Gewinde verzahnt sind und hinterschliffen, bzw. hinterdreht werden müssen.

Auch komplexe Profile (oftmals an gehärteten Wellen oder Bohrungen vorhanden) können mit diesem Maschinentyp bearbeitet werden.

Für dieses Bearbeitungsverfahren wird eine sehr genaue Bearbeitung vorausgesetzt, so dass die Anforderungen, welche an diesen Drehmaschinen Typ gestellt werden deutlich höher sind als bei einer normalen Drehbank.

So wird die Genauigkeit der Leitspindel mit 0,01 mm und die Rundlaufgenauigkeit mit 0,001 mm vorausgesetzt. Übliche Werte bei einer Standard Drehbank liegen um ein vielfaches darüber. Insgesamt sollte sich der Anwender aber nicht von solch geringen Toleranzwerten blenden lassen. In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass die Daten, welche im technischen Beiblatt veröffentlicht sind, geschönt werden. Eine hierbei gängige Praxis ist es, die Werte nicht unter Last zu ermitteln, sondern im Leerlauf zu errechnen. Auf diesem Wege ist es natürlich ein leichtes sehr genaue Werte zu erzeugen, die jedoch bei der Arbeit an einem Werkstück später nicht mehr realisiert werden können.

Über Standard Wechselrädersätze können alle üblichen metrischen und Zoll Gewinde geschnitten werden. Beim hinterdrehen ist aber zu beachten, dass auch der Drehmeißel radial verschoben werden muss, da sich die Drehkurve verschiebt. Dieses erfolgt überlicherweise über einen Drehschieber, der mit einem Nocken über eine Drehkurve angetrieben wird. Der Schieber ist hierbei komplett schwenkbar, so dass sowohl radial, schräg und axial hinterdreht werden kann.

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